Sandra Türpe
 

Wunder - Raquel J. Palacio

Infos zum Buch

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seite: 448
Genre: Roman
Klappentext:
August ist zehn Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester Via in New York. August ist schlagfertig, witzig und sensibel. Eigentlich könnte also alles ganz normal sein in seinem Leben. Doch eines trennt August von seinen Altersgenossen: Sein Gesicht ist entstellt, und unzählige Operationen hat er schon über sich ergehen lassen müssen. Das ist auch der Grund, warum er noch nie auf einer öffentlichen Schule war und bisher zu Hause unterrichtet wurde. Das neue Jahr aber soll alles ändern. August wird in die fünfte Klasse der Bezirksschule gehen, und natürlich hat er Angst. Angst davor, angestarrt und ausgegrenzt zu werden. Doch August wäre nicht August, würde er nicht auch diese Herausforderung mit Bravour meistern!
 (Quelle: dtv)

Rezension

Die Geschichte eines besonderen Junges hat mich völlig mitgerissen, weshalb ich euch nun unbedingt von „Wunder“ berichten muss. Der Autor Raquel J. Palacio erzählt die Geschichte von August, der aufgrund von Gendefekten ein ungewöhnliches Gesicht hat und trotz mehrerer Operationen wird er noch immer von anderen Kindern böse beschimpft und häufig gemieden.

Der Fokus des Buches liegt auf Augusts erstem Jahr auf einer offiziellen Schule. Seine Mutter hat ihn die Grundschule über zuhause unterrichtet, um ihn vor anderen Menschen und deren Verhalten zu schützen. Doch da dies nicht immer möglich ist, soll er nun doch auf eine Schule gehen und ist gezwungen sich mit dem teilweise so unglaublich gemeinen Verhalten anderer Kinder auseinanderzusetzen.

Das Buch zeigt dem Leser auf offene und harte Weise, wie gemein und teils sogar bösartig Menschen sein können und sie es dabei manchmal nicht mal selbst mitbekommen. Auf der anderen Seite zeigt August einem dagegen, wie stark ein Kind in seinem Alter bereits sein kann. Er ist sich seines „Defekts“ bewusst und hat gelernt damit zu leben. 

Ich habe das Buch in kurzer Zeit verschlungen und mir kamen zwischenzeitlich die Tränen. Wenn man liest, wie abwertend erwachsene Menschen reden, wenn sie glauben, dass man es nicht hören würde, ist man schockiert und trotzdem war mir klar, dass dieses Buch keinesfalls übertreibt. Menschen können sehr hart sein, wenn es darum geht, dass jemand nicht in das vorgegebene Schema passt und somit aus der Reihe tritt. Und dabei ist ihnen völlig egal, ob man es mit Absicht macht oder überhaupt nichts dafür kann.

Ein kleiner Lichtblick bleibt am Ende aber, da es doch Ausnahmen gibt, die über Fehler oder Unperfektheit hinwegsehen können und den Menschen dahinter erkennen.

Ich kann nur empfehlen dieses Buch zu lesen. Es regt sehr zu denken über das menschliche Verhalten an und rüttelt ordentlich an den Gefühlen.